
Der Homberger Stromversorger soll auch die Infrastruktur in den Stadtteilen übernehmen
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HNA Artikel 30.01.2010
Im
Wettbewerb um das Stromnetz der 20 Stadtteile Hombergs hat die
Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft (KBG) den Zuschlag erhalten. Die
Stadtverordneten entschieden, dass die Konzession ab 2012 mit einer Laufzeit von
20 Jahren an die KBG gehen soll, die bisher schon das Netz in der Kernstadt
Homberg mit ca. 5000 Kunden betreibt. Zu den Mitbewerbern gehörte unter anderem
auch die E.ON Mitte
Etwa 3000 weitere Netzkunden würden künftig hinzu kommen, sagte KBG-Geschäftsführer Wolfgang Imberger gegenüber der HNA. Mit der E.ON müsse noch über den Kaufpreis für das Netz verhandelt werden. Alle Fraktionen favorisierten im Grundsatz die KBG, kontrovers wurde über das Vertragsverfahren diskutiert. Bisher lägen lediglich Angebote vor, aber kein Vertrag, monierter Dirk Pfalz (SPD). "Wir wissen nicht, worüber wir entscheiden", fügte er hinzu. Die Entscheidung werde übereilt getroffen, man sollte beispielsweise auch noch einmal überlegen, wie man etwas für die Homberger Mitarbeiter der E.ON tun könne, sagte sein Fraktionskollege Stefan Gerlach. Die E.ON-Beschäftigten hatten sich mit Hinweis auf ihre Arbeitsplätze an die Fraktionen gewandt. Die KBG sei seit Jahren in Homberg zu Hause. Sie pflege den direkten Kontakt zu den Kunden und arbeite nicht mit fernen Callcentern, meinte Peter Dewald (CDU). Das Unternehmen werde die Netzversorgung in gewohnter Qualität ach in den Stadtteilen sicherstellen. Den Fraktionen hätten alle Unterlagen vorgelegen, unter anderem Muster-Konzessionsverträge. Es habe auch eine Informationsveranstaltungmit KBG und Eon gegeben, fügte Joachim Pauli (CDU) hinzu. Auch die Grünen forderten, die Entscheidung zu vertagen, da kein Vertrag vorliege. Grundsätzlich sei man jedoch für die KBG, meinte Klaus Bölling. Das Unternehmen zahle hier Gewerbesteuer, über die Genossenschaft könnten die Homberger Einfluss auf die Firmenpolitik nehmen. Bei Großkonzernen wie der Eon spielten lokale Erwägungen keinen Rolle, auch nicht bei Fragen der Arbeitsplätze. Die Eon komme auch aus politischen Gründen für die Grünen nicht in Frage, weil sie den Atomausstieg blockiere. Manfred Ripke (FDP) brach ebenfalls eine Lanze für die KBG. Das Unternehmen sei eng mit der Kreisstadt verbunden und als guter Geschäftspartner bekannt. Die EAM und auch SN-Gas hätten Homberger vor Jahren den Rücken gekehrt. Bei der Kraftstrom-Bezugsgenossenschaft könne man hingegen sicher sein, dass sie ihre Zelte nicht abbreche und die zwölf Arbeitsplätze erhalten bleiben. Abstimmung: CDU und FDP sowie drei SPD-Mandatsträger votierten für den Konzessionsvertrag, die Grünen stimmten dagegen. Es gab zehn Enthaltungen aus den Reihen der SPD und eine der CDU.
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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 09.08.11 |
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